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Gesellschaftswissenschaftliche Didaktiken

Gesellschaftswissenschaftliche Didaktiken befassen sich mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Phänomenen und Problemen, deren Entstehungsgeschichte(n) und verweisen auf zukünftige nötige Veränderungen. Als Bezugsdisziplinen dienen dabei Geschichte, Politik, Geographie sowie sozioökonomische und ethische Perspektiven. Im Fokus stehen multiperspektivische Analysen und multikausale Erklärungen im Sinne von kritisch-emanzipatorischen Ansätzen in den jeweiligen Didaktiken und in fächerübergreifenden Settings, die von den Leitbildern der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Politischer Bildung geprägt werden. Die gesellschaftswissenschaftlichen Didaktiken können somit auf Veränderungen der Gesellschaft reagieren und fungieren als Einmischungs- und Reflexionsinstanzen. Das Ziel in der Ausbildung besteht darin, angehenden Lehrpersonen das Rüstzeug in die Hand zu geben, Schüler*innen beim Aufbau eines (selbst-)reflexiven gesellschaftlichen Bewusstseins zu begleiten.


Projekte & Schwerpunkte

Donuts for all

Mit einem Donut nachhaltige Entwicklung verstehen lernen? Entwicklung und Evaluation von fachübergreifenden Unterrichtskonzepten für den Mathematik – und GW-Unterricht

 

Um eine tiefen- und breitenwirksame Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen sowie Hochschulen zu unterstützen, bedarf es neben der strukturellen Verankerung in einzelnen Fächern interdisziplinäre Ansätze, Projekte und Unterrichtskonzepte. Im Rahmen des interdisziplinären Projekts „Donuts for all“ widmen sich Mathematik- und GW-Fachdidaktiker*innen des Instituts für fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschung und Entwicklung und der Universität Innsbruck gemeinsam dem Anliegen, Unterrichtskonzepte zu entwickeln und zu evaluieren, in denen sich mathematische und geographische / sozioökonomische Perspektiven im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung gegenseitig bereichern können. Es liegen bereits erste Erfahrungen und Ergebnisse vor, wie durch visuelle Datenanalyse mittels der digitalen Medien Gapminder und GeoGebra nachhaltiges Denken im Sinne der Donut-Ökonomie greifbar gemacht werden kann und inwiefern Lernende der Sekundarstufe I dabei fachspezifischer Kompetenzen in Mathematik (Statistik) und GW sowie überfachliche Schlüsselkompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung entwickeln. Das Konzept soll für die Primarstufe, die Sekundarstufe II weiterentwickelt und fachdidaktisch evaluiert werden sowie über die Fortbildung von Lehrpersonen im Unterricht verankert werden.

 

GeoGebra-Applet 

 

Kontakt: 

 

Mag. Martin Andre & Mag. Anna Oberrauch, PhD

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien als gesellschaftliche und wissenschaftliche Herausforderung

 

Im Rahmen der COST-Action "Comparative Analysis of Conspiracy Theories" fungierte Claus Oberhauser als Vertreter Österreichs. Im Projekt wurden verschiedene interdisziplinäre Ansätze zur Erforschung von Verschwörungstheorien vorgestellt und angewendet. Die verschiedenen internationalen Konferenzen führten zur Herausbildung einer großen Community. Wichtige Ergebnisse des Projekts sind einerseits die Publikation eines Handbuchs, welches die verschiedene Ansätze widerspiegelt, andererseits Unterrichtsmaterialien: https://conspiracytheories.eu/education/.

 

design.2030 

design.2030 - Global Goals Design Jam

 

Das Kooperationsprojekt (PHT, Universität Innsbruck - Institut für Geographie), das von der Sinnbildungsstiftung gefördert wird, liefert einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals. Mithilfe der Denk- und Arbeitsweise des Design Thinkings werden Lernsettings für Schüler*innen, Studierende und Lehrer*innen gestaltet und evaluiert, die nachhaltige Entwicklung als einen mitgestaltbaren Prozess greifbar machen.

Um die Verankerung im Schulunterricht zu unterstützen, wird gemeinsam mit Lehramststudierenden und praktizierenden Lehrpersonen in Aus- und Fortbildungsformaten das Potential der entwickelten Lernanlässe für interdisziplinäres sowie fachliches Lernen (z.B. vor allem hinsichtlich des Faches Geographie und Wirtschaftskunde) eruiert und in entsprechende Unterrichtssettings übersetzt. Ein zentrales Projektergebnis wird  ein Handbuch sein, das die Planung und Umsetzung eines Global Goals Desing Jams unterstützt und das als Open Edcuational Resource zur Verfügung gestellt wird.

Im Rahmen der wissenschaftlichen projektbegleitenden Evaluation werden die Wirkungen des Lernformats erforscht, um daraus neue Einsichten zu gewinnen, wie eine wirkungsvolle Gestaltung von Bildung für nachhaltige Entwicklung bzw. Bildung für eine sozial-ökologische Transformation gelingen kann. Der Fokus liegt dabei auf die Förderung von Innovativität und Selbstwirksamkeitserwartungen. 

Bei Fragen, Interesse an der Mitwirkung, Teilnahme an entsprechenden Fortbildungsverstaltungen etc. wenden sie sich bitte an: anna.oberrauch@ph-tirol.ac.at; helga.mayr@ph-tirol.ac.at.

 

Geschichte des Gelingens

Wie kann der Weg in eine eneregieautonome Zukunft gelingen? Energie Tirol veröffentlicht in jedem Monat eine "Geschichte des Gelingens", in denen Projekte vorgestellt werden, die wesentliche Bausteine für den Weg Richtung "Tirol 2050 energieautonom" liefern. Im Jänner 2020 liefert das Forschungsprojekt "Design.2030 - Global Goals Design Jam" diese Geschichte des Gelingens: Tauchen Sie ein und finden Sie heraus wie aus einem eintägigen Workshopformat für Schulen kreative Beiträge für ein energieautonomes Tirol entstehen können. Hier gehts zur Geschichte.

 

Auzeichnung

Das Projekt wurde im Dezember 2019 mit der Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA“ prämiert. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in fünf Handlungsfeldern verliehen. Anna Oberrauch hat die Auszeichnung stellvertretend für das gesamte Projektteam, Helga Mayr (PHT), Hans Stötter und Lars Keller vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck, entgegengenommen. Nähere Informationen zur Auszeichnungsveranstaltung am 2. Dezember in Wien finden Sie in der Online-Nachlese.

 

INSERT

INSERT - International Research Network for Socio-Economic Education and Reflection

 

Schon sehr früh sind junge Menschen in unserer hochgradig ökonomisch durchdrungenen Gesellschaft dazu angehalten, ökonomisch geprägte Alltags- und Lebenssituationen (Konsum, Haushalt, Arbeitswelt, etc.) zu bewältigen und mitzugestalten.  Eine Befähigung zur Orientierung, zur Bildung einer begründeten und ethisch fundierten Meinung sowie zur mündigen Mitwirkung an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen ist daher unbedingt erforderlich. Eine derartige wirtschaftliche Bildung kann als sozioökonomische Bildung verstanden werden: Wirtschaft wird in die Gesellschaft eingebettet und somit von jedem Menschen als mitgestaltbar betrachtet.

Das Projekt "INSERT - International Research Network for Socio-Economic Education and Reflection" zielt darauf ab innovative, gender- und sprachsensible Lehr-Lern-Arrangements für die sozio-ökonomische Bildung zu erarbeiten, zu evaluieren und auf frequentierten Bildungswebsites frei zugänglich zu publizieren. Die Lernsettings zielen darauf ab Schüler/innen der Sekundarstufe I zur gesamtheitlichen Erfassung sozioökonomischer Zusammenhänge, Bestärkung in der alltagsweltlichen ökonomischen Urteilsbildung und Empowerment zu ökonomisch verantwortungsvollem Handeln zu befähigen. Gerade weil Mädchen und Frauen sowie sozial Schwächere bei vielen Wirtschaftstests schlechter abschneiden, richten sich die Projektergebnisse an diese Gruppen. Dadurch sollen sie in unserem ökonomisch hochgradig durchdrungenen Alltag gestärkt werden. Relevant sind die Bereiche: Haushalt und Geld, Konsum, Arbeitswelt, Gesellschaft. Zusätzlich wird angestrebt, die Grundsätze und Prinzipien der sozioökonomischen Bildung auszuformulieren und in die Bildungsziele bzw. weiteren Zielstellungen der einschlägigen GW-Lehrpläne einzubringen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Sozialministeriums gem. § 23 ARR 2014 und der Arbeiterkammer gefördert und in Kooperation mit dem Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum und FachdidaktikerInnen an der Pädagogischen Hochschule Wien und Linz sowie den Universitäten in Wien, Graz, Salzburg und Frankfurt durchgeführt. Im Team an der Pädagogischen Hochschule Tirol arbeiten Dietmar Neururer, Martin Dür, Paul Hofmann und Anna Oberrauch am Projekt mit. Das Team ist erweiterbar und wir freuen uns über Interessierte!

Auf der Homepage https://insert.schule.at/ finden sich bereits die ersten entwickelten und erprobten Unterrichtsentwürfe. Ab dem Schuljahr 2019/20 werden auch von Seiten der PHT LehrerInnen-Fortbildungen angeboten, um den Ansatz und die Unterrichtsentwürfe gemeinsam mit SchulpraktikerInnen zu diskutieren, zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Genaueres über das Projekt ist in folgender Publikation nachzulesen: Stieger, S. & Fridrich, Ch. (2018): INSERT. Internationales Netzwerk für eine reflektierte, subjektorientierte, plurale und sozialwissenschaftliche ökonomische Bildung. In: Open Spaces. Zeitschriften für Didaktiken für Geographie 1, S. 61-68. Online verfügbar unter: https://uni-duisburg-essen.sciebo.de/s/nIlDmS2fFZWaQ26


Allgemeines & Kooperationen 

Aufgabenbereiche
  • Durchführung von fachdidaktischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten
  • Entwicklung und Organisation von Weiterbildung für LehrerInnen aller Schultypen
  • Weiterentwicklung des kompetenzorientierten Unterrichts und Unterstützung von Schulen bei innovativen Schulprojekten
  • Mitwirkung bei Ausbildung von Lehramtsstudierenden für die Primarstufe sowie Sekundarstufe im LV-Verbund West 
  • Vernetzung und Kooperation mit einschlägigen Bildungseinrichtungen (Schule, Universität Innsbruck, außeruniversitäre Einrichtungen) und der Bildungsdirektion Tirol
  • Durchführung der "Aktionstage der Politischen Bildung" mit Partner*innen im Verbund
  • Mitherausgabe der Fachzeitschrift GW-Unterricht
  • Mitarbeit in der Fachgruppe für „Geographische und sozioökonomische Bildung“ (GESÖB) der Österreichischen Geographischen Gesellschaft
Kooperationen

 

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