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Nachkomm:innen von NS-Verfolgten erzählen

Nachkomm:innen von NS-Verfolgten erzählen

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OeAD/Pflanzeltner
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Das Pilotprojekt untersuchte erstmals, wie biographische Erzählungen von Nachkomm:innen NS-Verfolgter im schulischen Kontext eingesetzt werden können. Es wurde in den Jahren 2024 und 2025 durchgeführt und vom OeAD-Programm ERINNERN:AT, der Pädagogischen Hochschule Tirol, der Universität Klagenfurt und dem Verein „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ an der Universität Wien umgesetzt. Auf großes Interesse stieß die Präsentation des Ergebnisberichts. Er zeigt, dass das Lernen mit Biographien von Nachkomm:innen für die Holocaust Education zahlreiche Potenziale birgt.

 

Ausgangspunkt

Die Zahl der Zeitzeug:innen, die aus eigener Erfahrung über NS-Verfolgung berichten können, nimmt aufgrund ihres hohen Alters stetig ab. Vor dem Hintergrund dieser Situation entstand die Idee, in einem Pilotprojekt Kinder und Enkelkinder von jüdischen NS-Verfolgten in die schulische Arbeit einzubinden und in Klassenzimmern über ihre Erfahrungen sprechen zu lassen. Nachkomm:innen von NS-Verfolgten können nicht nur die Geschichte ihrer Familien, sondern auch ihre eigenen Erfahrungen und Prägungen erzählen – denn Traumata durch Gewalt, Flucht, Exil und Verlust haben oft bis in die Gegenwart Auswirkungen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Einbindung von Kindern und Enkelkindern NS-Verfolgter in erinnerungskulturelle Projekte eine hohe pädagogische und gedenkpolitische Relevanz besitzt. In vielen Familien wurde lange geschwiegen oder die eigene Geschichte bewusst verborgen, wodurch auch die biographischen Erzählungen der Nachkomm:innen einen Zugang zur NS-Vergangenheit und ihren langfristigen Folgen eröffnen können. 

 

Ziele

Ziel war es, die Komplexität und Prozesshaftigkeit der Schulgespräche systematisch zu erkunden und darauf aufbauend Konsequenzen für die pädagogische Praxis zu formulieren. Dabei ging es auch darum zu untersuchen, welche Unterschiede zu Gesprächen mit der ersten Generation bestehen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden zehn Zeitzeuginnen- und Zeitzeugengespräche mit Nachkomm:innen an Schulen konzipiert, durchgeführt und wissenschaftlich evaluiert. Ein Besuch fand in der Praxismittelschule der PHT statt. Darüber hinaus wurden erste Begleitmaterialien für Schulen entwickelt.

Der vorliegende Endbericht beschreibt die zentralen Ergebnisse des Projekts sowie die daraus abgeleiteten Empfehlungen und findet sich auf der Website von erinnern.at 

Nachlese-Link zum Bericht über den Projektauftakt