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ERASMUS LIFE LISBOA (Katharina Zehrer)

ERASMUS LIFE LISBOA (Katharina Zehrer)

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In meinem 6. Semester habe ich am Erasmus+ Projekt in Lissabon teilnehmen dürfen. Lissabon war mein Erstwunsch da es unteranderem wegen des guten Wetters und der schönen Strände zu einem meiner Wunschreiseziele gehörte. Dementsprechend war ich sehr glücklich darüber 5 Monate in Lissabon verbringen zu dürfen.
Nach vieler Vorbereitung zuhause ging es dann los. Ich kann mich noch ganz genau an meinen ersten Tag erinnern. Das erste Mal allein fliegen. Das erste Mal allein in ein fremdes Land reisen. Das erste Mal allein wohnen… So viel Neues und Aufregendes kam auf mich zu. Doch mit der Hilfe meiner überaus freundlichen Mitbewohnern und auch meiner neu gefundenen Freunde an der Universität war keine Herausforderung zu groß. An dieser Stelle will ich erwäh-nen, dass ich wirklich sehr gute Freunde fürs Leben, aus verschiedensten Ländern, gefunden habe. Sie waren wie eine Familie für mich und ich steh auch heute noch in Kontakt mit ihnen. Auch ein Wiedersehen ist schon geplant.
Ich habe aber nicht nur gute Freunde kennengelernt, sondern auch mich selbst besser kennen-gelernt. In dieser Zeit habe ich gelernt, meine Komfortzone zu verlassen und Neues zu wagen. Ebenso habe ich die Zeit für mich allein schätzen gelernt. Ich bin ein sehr kommunikativer und sozialer Mensch. Anfangs war es eine sehr große Umstellung für mich, mit anderen Menschen in einer Wohngemeinschaft zu leben und nicht die ganze Zeit die Familie, um einen herum zu haben. Auch war ich anfangs viel allein, da meine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner schon mitten im Uni Stress waren und ich sonst noch niemanden kannte. In dieser Zeit habe ich es genießen gelernt, allein lange Spaziergänge zu machen. Das hat mir sehr gutgetan und ich konnte viel Nachdenken und die Zeit genießen.
Die Uni und generell die portugiesische Mentalität hat mich gelehrt geduldig zu sein. Österreich ist ein sehr schnelles und hektisches Land. Portugal ist das komplette Gegenteil. Egal ob an der Kassa, im Restaurant oder auf dem Weg zur Schule – keiner hat einen Stress. Außer wenn es um das Autofahren geht, da werden sie schnell ungeduldig und Huptöne klingen dauerhaft durch die ganze Stadt. Doch je näher der Sommer kam, desto lebensfroher und gutgelaunt wur-den die Menschen. Obwohl die Portugiesinnen und Portugiesen ohnehin schon eine sehr positiv gestimmte Kultur sind.
Doch es gab leider nicht nur gute Tage. Die Anfangsphase an der Uni war etwas mühsam. Keiner erklärte uns, wie wir Zugriff auf unseren Stundenplan haben können und als wir ihn gefunden haben, mussten wir fast unser ganzes Learning-Agreement ändern, da sehr viele Kurse zur gleichen Zeit stattfanden. So mussten wir viel abgleichen und ändern und auch Kom-promisse eingehen. Als dann der Stundenplan endgültig finalisiert wurde besuchte ich die Kurse und sehr viele Professorinnen und Professoren waren überrascht und leider auch „genervt“ Erasmus Studentinnen und Studenten in ihrem Kurs zu haben, da die Professorinnen und Pro-fessoren oft selbst kein gutes Englisch sprachen oder sie uns erklärten, dass es ihnen zu mühsam sei, den Vortrag für uns zu übersetzen. So sind wir sehr oft einfach im Raum gesessen und haben kein Wort verstanden, weil die Professorinnen und Professoren nur portugiesisch spra-chen. Auch sehr wenige Studentinnen und Studenten waren so nett und haben uns wichtige Informationen übersetzt. Dies war zu Beginn ein großer Schock für mich und ich fühlte mich nur fehl am Platz und unerwünscht. Auch die Motivation lies dadurch sehr nach. Doch mir wurde schnell klar, dass ich das einfach akzeptieren muss und das Beste daraus machen muss. So wurden die Kurse wenigstens erträglich. Der Sprachkurs hingegen war sehr gut und wir haben in der kurzen Zeit sehr viel gelernt.
Meine Freizeit verbrachte ich überwiegend in der Natur. Egal ob im Park, am Strand oder an einem Miradouro, … überall hat man gut Freunde treffen und sich über verschiedenste Themen austauschen können. Ebenso gut gefallen hat mir generell das Flair der Stadt. Die Lockerheit, Gelassenheit und Zufriedenheit der Menschen in der Stadt hat sich sehr positiv auf mich aus-gewirkt. Ich habe in meiner Persönlichkeitsentwicklung große Fortschritte gemacht und die 5 Monate werden immer einen Einfluss auf meine Zukunft haben. Heute habe ich mir als Ziel gesetzt weiterhin glücklich, weltoffen und gelassen zu sein. Ich hoffe auch, dass ich den sturen Tirolerin-nen und Tirolern zuhause ein wenig Gelassen-heit mit-bringen und wei-tergeben kann.