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Die virtuelle Klasse - gemeinsam statt einsam

Um Studierenden der Volksschullehrer*innenausbildung trotz Coronakrise ihre Schulpraktika zu ermöglichen, hat das Schulpraktikumsbüro der Pädagogischen Hochschule Tirol mit einem Team aus dem Bereich der Digitalisierung einen Projektplan erstellt.

 

Das Projekt trägt den Titel: „GEMEINSAM STATT EINSAM“ und organisiert home schooling im virtuellen Klassenraum.

 

Projektbeschreibung

Studierende bereiten verschiedene Lerninhalte auf und setzen diese im virtuellen Klassenzimmer unter Anwesenheit der Klassenlehrperson mit Schulkindern um.


Vorrangig soll dabei die soziale Komponente sein! Die Kinder werden nicht nur mit digitalen Arbeitsanweisungen beschäftigt, sondern treten mit unseren Studierenden und untereinander in Kontakt.

Kinder brauchen gerade in dieser ungewohnten Zeit den sozialen Kontakt zu ihren Klassenlehrerpersonen, dies gilt es mit diesem Projekt zu fördern und zu unterstützen.


Die Studierenden arbeiten dabei in 3er-Teams und halten virtuelle Unterrichtseinheiten ab. Voraussetzung ist lediglich, dass die Kinder zu Hause digitale Endgeräte nutzen können: Handy, Tablet, PC etc.  Die Erfahrung hat gezeigt, dass Eltern zu Zaungästen oder auch kurz entlastet werden und die Studierenden damit etwas Auflockerung mit der Nebenwirkung des Lerneffekts in den Alltag der Quarantäne bringen können.

Eine strenge Auflage an unsere Studierende war, dass der Datenschutz angemessen eingehalten wird.
 

Partnerschulen

Virtuelle Lerninhalten und Online-Settings wurden und werden an über 40 Schulen aus Tirol, Osttirol, Salzburg, der Steiermark, Vorarlberg, Deutschland und Südtirol vorbereitet und durchgeführt.

U.a. VS Angergasse, VS Ellmau, VS Igls-Vill, VS Imst Unterstadt, VS Innere Stadt, VS Inzing, Praxisvolksschule  Innsbruck, VS Pradl Leitgeb 1, VS Schwaz

Statements

Mag. Thomas Schöpf, Rektor

Oberstes Ziel der PH Tirol ist es, den Studierenden auch in diesen schwierigen Zeiten einen möglichst termingerechten Abschluss (Bachelor- und Masterstudien) zu garantieren. Das geht aber nur, wenn die Schulpraktika zeitgerecht (an Schulen) abgeschlossen werden können. Wir haben uns beim Ministerium dafür eingesetzt, dass heuer diese Schulpraktika in virtueller Form angeboten werden können. Das virtuelle Klassenzimmer ist das Ergebnis dieser virtuellen Form. Ein zweites Ziel kann damit auch noch umgesetzt werden: Der PH Tirol ist es ein Anliegen, mit dem vorhandenen Know-how die Tiroler Schulen bestmöglich zu unterstützen. Durch eine unbürokratische Verleihaktion unterstützt die PH Tirol auch die Schüler*innen der Praxisvolksschule mit entsprechenden Endgeräten (ipads).


Mag. Elfriede Alber
Vizerektorin für Studienangelegenheiten

Diese Initiative ist aus einem konstruktiven Miteinander – Institutsleitung, Lehrenden, Praxislehrer*innen, Studierende und natürlich unseren Digitalisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit-Expert*innen – innerhalb kürzester Zeit entstanden. Eine große Herausforderung für unsere Studierenden, die sie großartig gemeistert haben. Der Applaus, ausgedrückt durch die Freude und den Spaß der Kinder, wird im virtuellen Raum spürbar und bekommt durch die Digitalisierung Bilder. Danke an das engagierte Team, es ist schön mit euch zu arbeiten.
 


Mag. Dipl.-Päd. Claudia Haas, BEd
Institutsleitung für Studien der Elementar-und Primarstufe

Ich denke, dass wir mit unserem Modell des virtuellen Klassenzimmers eine tolle Möglichkeit gefunden und in dieser ungewöhnlichen Zeit für die Kinder und für unsere Studierenden ein innovatives und sinnbringendes Praktikum geschaffen haben. Vorrangig geht es um die soziale Komponente: die Kinder, die einander wiedersehen, sich austauschen,die Lehrpersonen wiedersehen etc. Ich konnte mich selbst als Praktikumsbetreuerin in einer Gruppe des Schwerpunkts Kreatives Schaffen in der Praxisvolksschule überzeugen, wie erfreut die Kinder über diese Ablenkung und Abwechslung waren und sich bei den Studentinnen mit tosendem Applaus bedankt haben.Die technischen Hürden bzw. digitalen Sorgen waren weitgehendstunbegründet. Eine Abwechslung in der Quarantäne undeine kurze Entlastung für Eltern.


Dipl.-Päd. Stefan Greuter, BEd BA
Schwerpunktverantwortlicher Inklusion Primarstufe

Ein erster Bericht aus dem Inklusionsschwerpunkt ...

Heute, am 2. April 2020 haben die Studierenden des Schwerpunktes Inklusion eine weitere Einheit der Webinar-Praxis für das 8. Semester abgehalten. Dabei ging es um das Thema Müll und Recycling. Bisher konnten wir mit zwei Klassen Einheiten abhalten, dabei hat die erste Gruppe mit einer Mehrstufenklasse (1. und 2. Schulstufe) gearbeitet und über das Thema Glück gesprochen. Die Kinder sind dabei in aktive Arbeitsprozesse eingebunden worden und haben sich auch sehr eingebracht.
In Kleingruppenarbeit (sogenannten Breakout-Rooms) wurden mit den Kindern mittels Stationen das Thema Glück vertieft. Die Kinder haben sich aktiv daranbeteiligt für sich zu ermitteln, was sie denn glücklich macht. Vor allem in Zeiten dieser Krise spielt Glück und glücklich sein eine wesentliche Rolle. In der zweiten Einheit konnten die Kinder dann in einem gemeinsamen Prozess Regeln für das Glücklichsein aufstellen.

Mit der 4b der Volksschule Unterstadt Imst ging es um das Recycling von Müll. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder schon sehr viel von diesem Thema wussten. Mittels einer vorbereiteten Vorlage konnten die Studierenden gemeinsam mit den Kindern unterschiedlichste Müllsorten in die richtigen Tonnen sortieren. Ebenso wurde über Upcycling gesprochen und eine Studierende stellte ein Müllmonstervor –nämlich Willi Müller, der sich dringend Freunde wünscht. Somit bekamen die Kinder den Auftrag, bis nach Ostern Freunde für das Müllmonster zu basteln.
Auf das Ergebnis sind wir alle gespannt!!!

In einer Nachbesprechung mit den Lehrpersonen konnten wir erfahren, dass die Aktion sehr gut ankommt, dass Kinder auch danach noch ganz aufgeregt den Omas und Opas erzählten, was sie alles bei dieser Form des Unterrichts erlebt haben.Die Lehrpersonen selbst schätzen diese Form des Unterrichtens und sind auch von den Studierenden sehr begeistert. Vor allem sind die Praxislehrer*innen sehr daran interessiert auch in Zukunft mit den Kindern auf diese Art und Weise in Kontakt zu treten. Aber auch in der Administration dürfte der Mehrwert erkannt worden sein, denn die Direktorin der Schule hat bereits eine erste Konferenz mit den Lehrer*innen der Schule über Zoom abgehalten und ist begeistert von der Möglichkeit sich virtuell zu begegnen. Insgesamt kann hier von einem vollen Erfolg gesprochen werden, es entsteht eine Win-Win-Situation, weil die Studierenden die Möglichkeit des Praktikums bekommen, die Kinder sich sehen und den sozialen Kontakt vertiefen können und die Lehrpersonen bzw. die Schule ein Werkzeug präsentiert bekommt, das den virtuellen Unterricht wie die Administration stark bereichert. Anfängliche Bedenken sind nicht mehr vorhanden, da die Handhabung der Technik bei den meisten sehr gut funktioniert. Leider gibt es dennoch einzelne Schüler*innen, die nicht teilnehmen konnten, weil die technische Ausrüstung nicht vorhanden ist. Hier bräuchte es noch ein Nachdenken darüber, wie man diese Familien besser unterstützen könnte.


Mag. Günther Laimböck BEd MA
Institut für Elementar-und Primarpädagogik (IEP) Schwerpunkt Sachunterricht

In Quellen tauchen, ohne nass zu werdenAuf virtuelle Spurensuche über die Geschichte Tirols und Innsbrucks begeben sich derzeit Studierende des 8. Semesters im Schwerpunkt Sachunterricht gemeinsam mit Kindern der 3. und 4. Schulstufe der Praxisvolksschule. Aufgrund der derzeitigen Situation stellten sich die 4 Studentinnen und ein Student der großen Herausforderung, binnen kürzester Zeit ein virtuelles Unterrichtsmaterial zu gestalten, das es Kindern ermöglicht, in die Rolle von Historiker*innen zu schlüpfen. Dabei erfahren die Kinder, dass Quellen nicht unbedingt eine nasse Angelegenheit sein müssen, sondern Materialien jeglicher Art darstellen, die Auskünfte über das Leben in vergangener Zeit geben können. Das Kunststück, einerseits einen adäquaten Unterricht zu gewährleisten und andererseits die technischen Herausforderungen einer virtuellen Konferenz zu bewältigen, konnten die fünf angehenden Volksschullehrer*innen sehr gut meistern. Den Kindern macht‘s offensichtlich großen Spaß. Daher darf man gespannt auf die letzten Einheiten blicken, in welchen die Schüler*innen ihre gestalteten virtuellen Pinnwände und Kurzfilme über die Geschichte Tirols und Innsbrucks präsentieren werden.

 

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