Mit neuen Studienangeboten und Curricula starten heuer rund 190 Erstsemestrige und insgesamt mehr als 1500 Studierende ihre Lehramts- und pädagogischen Studien an der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol: Erstmals wird mit dem neuen Bachelorstudium Elementarpädagogik eine akademische Ausbildung zu:r Pädagog:in in Kindergärten angeboten. Neu ist auch ein Masterstudium zur Qualifizierung von Spezialist:innen für die Förderung von Lernschwierigkeiten, ADHS oder Autismus an und außerhalb von Schulen. Mit einem drei- statt vierjährigen Bachelorstudium sind ab heuer zudem die Curricula der Lehramtsstudien der Sekundarstufe neu konzipiert. Überraschungsgast Bundesminister Christoph Wiederkehr begrüßte heute gemeinsam mit dem Rektorat die Studienanfänger:innen zum Startklar-Tag an der PH Tirol und betonte die hohe Bedeutung pädagogischer Berufe in unserer Gesellschaft.

Neue Studienangebote: Ausbildung von Elementarpädagog:innen & Spezialist:innen für Lernschwierigkeiten, ADHS oder Autismus
Im Wintersemester 2026/27 startet erstmals in Westösterreich das ordentliche Bachelorstudium „Elementarpädagogik“, das Personen mit Matura in sechs Semestern zu pädagogischen Fachkräften in Kindergarten und -krippe ausbildet. Die Pädagogische Hochschule (PH) Tirol ist der einzige akademische Ausbildungsstandort in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Bisher war es nur für bereits ausgebildete Elementarpädagog:innen möglich, ein akademisches Studium mit Bachelorabschluss zu absolvieren. Außerdem startet das neue Kooperationsstudium mit der UMIT Tirol „Spezifische Lernförderung und Beratung“: Das außerordentliche Masterstudium qualifiziert Lehrer:innen, Pädagog:innen, Psycholog:innen oder Logopäd:innen an und außerhalb von Schulen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten, ADHS oder Autismus.

Neue Weiterbildungen
Neu ist außerdem die Möglichkeit, sich als bereits ausgebildete Assistenzkraft in einem Kindergarten mit dem Hochschullehrgang „Elementar Pro“ in sechs Semestern berufsbegleitend zur pädagogischen Fachkraft ausbilden zu lassen und damit Kindergärten und Krippen zu leiten.
Für Lehrer:innen wird mit diesem Herbst der Hochschullehrgang „Medien und Demokratie“ die Themen Demokratie- und Medienbildung mit konkreter Unterrichtspraxis verbinden und Lehrpersonen in zwei Semestern berufsbegleitend für den Unterricht im neuen Fach „Medien und Demokratie“ qualifizieren.

Neue Curricula: Was müssen angehende Lehrer:innen wissen, können und erfahren?
Für die Lehramtsstudien der Sekundarstufe Allgemeinbildung und Berufsbildung – also Lehrer:innen an Mittelschulen, Gymnasien sowie an HTL, HAK oder HLW – verkürzen sich die Lehramtsstudien im Bachelor von vier auf drei Jahre. “Ausschlaggebend in der Konzeption der neuen Curricula war der Gedanke, Qualität durch eine wirkungsvolle Studienarchitektur, durch ausreichend betreute Praxis und durch eine enge Verbindung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und Schulpraxis herzustellen. So wurden Inhalte neu gewichtet und klar entschieden, was angehende Lehrer:innen wissen, können und erfahren müssen, bevor sie erstmals eigenverantwortlich vor einer Klasse stehen”, gibt Rektorin Regine Mathies einen Einblick in die Entwicklung der neuen Curricula und setzt fort: „Studienstrukturen können sich verändern, unser Qualitätsanspruch nicht“.

Studienauftakt mit Bundesminister Wiederkehr
Am „Startklar“-Tag für Studierende, der am 1. Oktober stattfand, wurden alle neuen Studierenden der Elementar-, der Primar- und der Berufspädagogik, insgesamt rund 190 Erstsemestrige, herzlich willkommen geheißen. Nach der Eröffnung durch das Rektorat mit Rektorin Regine Mathies und ihren Vizerektor:innen Gregor Örley und Cathrin Reisenauer begrüßte auch Bundesminister Christoph Wiederkehr die Studienanfänger:innen: „Für mich als Bildungsminister sind pädagogische Berufe die wichtigsten Berufe, die es in unserer Gesellschaft gibt. Kindergarten und Schule prägen uns alle, im Positiven wie Negativen, sie wirken auf uns als Persönlichkeiten. Dabei geht es vor allem um die Beziehung zu den Pädagog:innen. Wenn Sie sich zurückerinnern an Ihre Schulzeit, werden Sie viele Erinnerungen mitnehmen, positive Begegnungen, negative Begegnungen, aber ich hoffe, jeder von Ihnen hatte Vorbilder oder auch Personen als Pädagog:innen, die an Sie geglaubt haben, die Sie gestärkt haben, die Sie auch geprägt haben. Diese positive Bindung prägt fürs ganze Leben“, betonte Bundesminister Wiederkehr die Bedeutung der pädagogischen Berufe. Im Anschluss stellten in einem Podiumsgespräch Leiter:innen verschiedener Schulen bzw. eines Kindergartens das zukünftige Wirkungsfeld der Studierenden vor. Danach wurden die Erstsemestrigen mit allen wichtigen Informationen für einen guten Studienbeginn versorgt.

 

 

 

Statements

Bildungsminister Wiederkehr

„Insgesamt freu ich mich sehr und möchte der PH Tirol für die Offenheit gratulieren, die Elementarpädagogik so zu stärken. Das ist für mich als Bildungsminister ausgesprochen wichtig, und keine Selbstverständlichkeit, denn lange Zeit hat die Elementarpädagogik an Hochschulen keinen Platz gefunden. Das hat sich zum Glück gewandelt, und heuer starten wir zum ersten Mal mit einem grundständigen Studium, so dass man Elementarpädagogik studieren kann. Das halte ich für unglaublich wichtig, weil Elementarbildung die erste Sprosse auf einer Leiter hin zu einem Bildungsaufstieg, zur Chancengerechtigkeit ist. Als Bildungsminister sehe ich es als Aufgabe, Lehramtsstudierende und Studierende pädagogischer Studien in ihrem Studium, aber insbesondere für die pädagogische Aufgabe danach zu stärken, nämlich die gesellschaftliche Anerkennung für diesen Beruf zu erhöhen. Denn es ist für mich der wichtigste Beruf und dafür möchte ich mein Bestes beitragen. Ich wünsche allen Studienanfänger:innen viel Mut, viel Offenheit, viel Freude und auch Spaß soll bei der Ausbildung mit dabei sein. Und danke auch allen Pädagog:innen, die diese Ausbildungen ermöglichen, viel Erfolg!“

Rektorin Regine Mathies

„Mit jedem Studienstart beginnt für uns mehr als ein neues Studienjahr: Wir begrüßen Menschen, die künftig Verantwortung für Bildung übernehmen werden. Rund 190 neue Studierende der Elementar-, der Primar- und der Berufspädagogik haben sich heuer für diesen Weg an der PH Tirol entschieden. Mit neuen Studienangeboten und weiterentwickelten Curricula reagieren wir zugleich auf veränderte gesellschaftliche und bildungspolitische Anforderungen. Unser Anspruch bleibt dabei unverändert: eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung, die unsere Absolvent:innen bestmöglich auf einen anspruchsvollen und für unsere Gesellschaft zentralen Beruf vorbereitet.“

Vizerektor für Studium und Lehre Gregor Örley

„Die Erwartungen an Lehrkräfte und Elementarpädagog:innen sind hoch und steigen beständig. Der angestrebte Beruf erwartet von ihnen Expert:innenwissen und Fachkompetenz darüber, wie Lernen funktioniert – für Kindergartenkinder bis hin zu Absolvent:innen aller Schularten. Die Situation in der Klasse verlangt Flexibilität, Leidenschaft und eine mitfühlende Haltung als Coach und Begleitende. Für diese Ansprüche möchten wir unsere Studierenden optimal vorbereiten. Wer ein Bachelorstudium an der PH Tirol absolviert hat, traut sich zu, guten Unterricht oder elementarpädagogische Bildung zu gestalten, kann pädagogisch schwierige Situationen meistern, schulische Probleme lösen, weiß sich zu helfen und übernimmt Verantwortung. Als Vizerektor für Studium und Lehre trage ich die Verantwortung mit, dass Studierende in allen Studiengängen neben dem Erwerben von Wissen und Kompetenzen den vielseitigen Ansprüchen standhalten, auch sich selbst gegenüber. Schön, dass sich an der PH Tirol nun wieder fast 190 Studierende aufmachen, den Weg in dieses spannende Berufsfeld zu beschreiten.“

Vizerektorin für Forschung und Entwicklung Cathrin Reisenauer

„Ein Studium an der PH Tirol vermittelt nicht nur Wissen. Es ermutigt dazu, Fragen zu stellen, vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen und begründete Antworten zu entwickeln. Genau da beginnt Forschung: beim aufmerksamen Beobachten, beim Nachfragen und in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und unterschiedlichen Perspektiven. Diese forschende Haltung ist ein wichtiger Teil des Studiums, weil es in Bildung und Erziehung selten einfache Rezepte gibt. Sie hilft unseren Studierenden, Zusammenhänge zu verstehen, pädagogische Entscheidungen fundiert zu treffen und Bildung verantwortungsvoll mitzugestalten. Ich wünsche allen unseren Studierenden den Mut, genau hinzuschauen und auch dort weiter zu fragen, wo es keine einfachen Antworten gibt.“