Fachstelle
Die Pädagogische Hochschule Tirol verfolgt das Ziel, nachhaltige Entwicklung als integralen Bestandteil ihres öffentlichen Bildungsauftrags und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung strukturell und inhaltlich zu verankern.
Um eine strategische Gestaltung und kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschule Tirol im Sinne eines regenerativen und distributiven Nachhaltigkeitsverständnisses sicher zu stellen, wurde die Fachstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung eingerichtet. Sie koordiniert die hochschulweite Implementierung von Nachhaltigkeit entlang des Whole Institution Approach und trägt zur wirksamen, qualitätsgesicherten und strukturellen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Handlungsfeldern der Hochschule bei. Zu den Kernaufgaben der Fachstelle und dem BNE-Team gehören insbesondere:
Kernaufgaben
Die ganzheitliche und strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die zielorientierte, kontinuierliche und evidenzbasierte Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschule Tirol,
die Konzeption, Koordination, Umsetzung und Evaluation entsprechender Maßnahmen und Entwicklungsprozesse, der Aufbau und die Weiterentwicklung eines datenbasierten Monitorings und Controllings im Sinne einer wirkungsorientierten Steuerung,
die Initiierung und Begleitung von Bildungsinnovationen sowie einschlägigen Entwicklungs- und Forschungsprojekten im Sinne einer kritisch-emanzipatorischen und transformativen Bildung für Nachhaltige Entwicklung,
die Sicherstellung der systematischen Berücksichtigung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Schulentwicklung,
die Förderung einer zielgerichteten, transparenten und positiv konnotierten Kommunikation nach innen und nach außen,
die Initiierung, Gestaltung und Begleitung hochschulweiter Reflexions-, Diskurs- und Transferprozesse,
die Beratung des Rektorats in strategischen und operativen Fragen der nachhaltigen Hochschulentwicklung,
die Vernetzung und Kooperation mit regionalen, nationalen und internationalen Partner:innen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
In ihrer Zuständigkeit für die Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Schulentwicklung nutzt die Pädagogische Hochschule Tirol ihre besondere Rolle als Impulsgeberin, um Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in Schule und Gesellschaft zu stärken und zukunftsfähige Bildungsprozesse evidenzbasiert, innovativ und wirksam mitzugestalten.
Die Transformation der Hochschule zu einem Lernort für nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähiges Handeln umfasst gemäß dem Whole-Institution-Approach die folgenden fünf Handlungsfelder der Bildungsinstitution: Governance und Organisationskultur, Lehre, Forschung, Betrieb und Gesellschaft.
Handlungsfelder
- Nachhaltigkeit als leitendes Querschnittsprinzip prägt Arbeits-, Lehr- und Studienalltag an der Pädagogischen Hochschule Tirol.
- Strukturelle Verankerung in Steuerungsprozessen: Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Hochschulentwicklungsplanung, der Ziel- und Leistungsvereinbarungen sowie des Qualitätsmanagements.
- Systematisches Nachhaltigkeitsmanagement: Transparenz, Partizipation sowie motivations- und gesundheitsförderliche Arbeits- und Studienbedingungen bilden zentrale Gestaltungsprinzipien.
- Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell verankern: Nachhaltigkeitsbezogene Themen, Kompetenzen und Prozesse werden langfristig in Organisationsstrukturen integriert.
- Transformation gemeinsam gestalten: Alle Angehörigen der Hochschule wirken aktiv an der nachhaltigen Entwicklung von (Hoch-)Schule und Gesellschaft sowie an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft mit.
- Bildung für nachhaltige Entwicklung als Bildungsauftrag: Nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen werden systematisch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagog:innen gefördert.
- Verankerung in Lehre und Schulentwicklungsberatung: Bildung für nachhaltige Entwicklung wird disziplinär, inter- und transdisziplinär in Lehrveranstaltungen sowie in schulischen Entwicklungsprozessen integriert.
- Lehrende und Studierende als Multiplikator:innen stärken: Angehörige der Hochschule werden befähigt, Nachhaltigkeitsthemen reflektiert, wirksam und praxisnah in Bildungssettings umzusetzen.
- Kritisch-konstruktive Auseinandersetzung fördern: Aktuelle Nachhaltigkeitsfragen, gesellschaftliche Herausforderungen und Wertediskurse werden reflektiert und dialogorientiert bearbeitet.
- Transformation aktiv mitgestalten: Lehr- und Lernprozesse fördern die Fähigkeit, nachhaltige Entwicklung in schulischen und außerschulischen Kontexten innovativ und verantwortungsvoll umzusetzen.
- Bildung für nachhaltige Entwicklung wissenschaftlich stärken: Forschung und Entwicklung tragen zur Verwirklichung inklusiver, gerechter und qualitativ hochwertiger Bildung sowie zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von Bildung für nachhaltige Entwicklung bei.
- Innovative inter- und transdisziplinäre Forschung fördern: Komplexe Nachhaltigkeitsfragen werden multiperspektivisch und in Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen bearbeitet.
- Responsible Science leben: Akteur:innen aus Bildungslandschaft und Zivilgesellschaft werden aktiv in Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprozesse eingebunden.
- Wissenschaft und Praxis verbinden: Forschung orientiert sich an gesellschaftlichen Herausforderungen und unterstützt den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bildungssettings.
- Gesellschaftliche Wirkung reflektieren: Forschungsprozesse werden hinsichtlich ihres Beitrags zum gesellschaftlichen Wandel, ihrer Relevanz und ihrer Zugänglichkeit kontinuierlich reflektiert.
- Nachhaltigkeit im Hochschulbetrieb verankern: Betrieb und Bewirtschaftung orientieren sich konsequent an ökologischen, sozialen und ökonomischen Prinzipien nachhaltiger Entwicklung.
- Ressourcen verantwortungsvoll nutzen: Energie- und Ressourcenmanagement, nachhaltige Beschaffung, Mobilität, Ernährung sowie Abfallwirtschaft werden systematisch weiterentwickelt.
- Gesunde und förderliche Rahmenbedingungen schaffen: Beschäftigung, Arbeitsbedingungen, Prävention sowie die Vereinbarkeit von Hochschule, Beruf und Privatleben werden nachhaltig gestaltet.
- Vielfalt und wertschätzende Kommunikation stärken: Diversität, Teilhabe und eine gesundheitsförderliche Organisationskultur prägen den Hochschulalltag.
- Nachhaltiges Handeln im Alltag fördern: Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen unterstützen nachhaltige Entscheidungs- und Handlungsweisen im Arbeits- und Studienalltag und tragen dazu bei, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu verringern.
- Gesellschaftliche Verantwortung aktiv wahrnehmen: Die Pädagogische Hochschule Tirol versteht sich als Impulsgeberin und Dialogpartnerin für nachhaltige Entwicklung in Schule und Gesellschaft.
- Kooperationen und Partnerschaften stärken: Zusammenarbeit mit regionalen, nationalen und internationalen Partner:innen aus Bildung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik bildet die Grundlage gemeinsamer Entwicklungsprozesse.
- Wissen zielgruppengerecht transferieren: Evidenzbasiertes Wissen wird verständlich, praxisnah und adressat:innenorientiert in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte kommuniziert.
- Austausch, Ko-Kreation und Vernetzung fördern: Die Mitwirkung in multi- und transdisziplinären Netzwerken schafft Räume für gemeinsame Lern-, Entwicklungs- und Innovationsprozesse.
- Transformation gemeinsam gestalten: Durch Dialog, Kooperation und Wissenstransfer stärkt die Hochschule die gemeinsame Ausrichtung auf eine ganzheitliche nachhaltige Entwicklung.
Nachhaltigkeitsstrategien
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Die erste Nachhaltigkeitsstrategie der Pädagogischen Hochschule Tirol wurde 2022 beschlossen. Sie bildet den strategischen Rahmen für die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung an der gesamten Pädagogische Hochschule Tirol.
Die Strategie definiert kurz- und mittelfristige Ziele, Indikatoren und konkrete Maßnahmen. Der Begriff umfasst sämtliche Bereiche der Hochschule, darunter Praxisschulen, Lehre, Forschung, Betrieb, Gesellschaft, Organisationskultur sowie Digitalisierung.
Die Entwicklung wurde partizipativ durchgeführt, wobei die Ergebnisse der Stakeholderbefragung 2020, die Rückmeldungen zum Konsultationsentwurf sowie Workshops und Besprechungen systematisch berücksichtigt wurden.
Alle Angehörigen der Pädagogischen Hochschule Tirol sind dazu eingeladen, in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich konkrete Nachhaltigkeitsziele zu definieren und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Aktuell wird noch eifrig an der zweiten Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet. Diese soll bereits zu Beginn des neuen Studienjahres 2026/2027 in Kraft treten.