Sprache verbindet – Vielfalt erleben, Horizonte erweitern
Nach dem erfolgreichen Auftakt in diesem Jahr laden wir Sie herzlich zur zweiten Auflage des Tags der Sprachen am 05.03.2027 von 14:00 bis 17:30 Uhr ein.
Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme und auf einen inspirierenden Austausch am Nachmittag der Sprache(n)!
Ihr Sprachenteam am Institut für Elementarpädagogik
Programm
Ist Mehrsprachigkeit eine Ressource? Eine Herausforderung? Wie wird sie in Bildungseinrichtungen abgebildet? Wie wird über Mehrsprachigkeit in einer sich einsprachig verstehenden Gesellschaft berichtet? In diesem einleitenden Vortrag zum Tag der Sprache(n) wird diesen Fragen nachgegangen.
„Machen Sie sich keine Sorgen. Ihr Kind wird schon sprechen. Es braucht nur ein bisschen länger, weil es zwei Sprachen lernt.“
Diese und ähnliche Sätze hören viele mehrsprachige Eltern, wenn es um die (mehrsprachige) Sprachentwicklung ihrer Kinder geht. In diesem Vortrag beschäftigen wir uns mit gängigen Fragen zu mehrsprachiger Sprachentwicklung. Haben Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklungsverzögerungen miteinander zu tun? Wie kann ich erkennen, ob ein (mehrsprachiges) Kind sprachentwicklungsverzögert ist? Ab wann muss ein Kind zur Logopädie? Welche Tipps kann ich Eltern geben? Diese und viele weitere Fragen werden behandelt.
In diesem Workshop werden zwei zentrale Methoden der Sprachförderung praxisnah vorgestellt und miteinander verglichen. Zunächst lernen die Teilnehmenden das Dialogische Vorlesen kennen. Anhand von konkreten Beispielen wird gezeigt, wie Wort-Bild-Karten zur gezielten Wortschatzarbeit sowie Impuls-Fragekarten für die Dialoge eingesetzt werden können. Anschließend wird die Methode der Erzählschiene vorgestellt, wobei der Fokus auf ihren sprachförderlichen Potenzialen liegt.
Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, beide Methoden in kurzen Sequenzen selbst auszuprobieren. Darauf aufbauend werden die Unterschiede der Ansätze gemeinsam reflektiert – insbesondere im Hinblick auf ihren Einsatz bei Kindern mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache.
Kommunikation umfasst mehr als gesprochene Worte. Mimik, Gestik, Körperhaltung und die Klangfarbe der Stimme können als universelle Ausdrucksmittel helfen, Sprachbarrieren aller Art zu überwinden. Dieser Workshop soll einen Einblick in nonverbale Kommunikationsformen und ihre Bedeutung für Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklung geben. Durch Übungen, das Kennenlernen praktischer Techniken und durch Reflexion wollen wir bewusster im Umgang mit nonverbalen Signalen werden und diese gezielt bei Kindern mit Mehrsprachigkeit einsetzen.
Auch wenn nicht jedes Kind unsere Sprache spricht: Jedes Kind kommuniziert und möchte sich verstanden und bedeutsam erleben. In diesem Workshop begreifen wir Sprache als etwas Spielerisches, das sich nicht nur im Kopf, sondern sinn- und beziehungsstiftend in der Lebenswirklichkeit des Kindes abspielt. Abseits von Checklisten, Routinen und Trainingsplänen wenden wir uns neuen Perspektiven der sprachlichen Bildung zu: Im Mittelpunkt stehen feinfühlige Resonanz, Kreativität und die Frage, wie Kommunikation – gerade dann, wenn die „richtigen“ Worte noch fehlen – getragen von Achtsamkeit, Präsenz und echter Begegnung Brücken bauen kann.
Die Kompetenzen, die Mehrsprachenlerner:innen entwickeln, werden in vielen Kontexten noch immer anhand von einsprachigen Maßstäben gemessen. Die in mehrsprachigen Sprachsystemen vorhandenen Kompetenzen finden sich in einsprachigen Systemen jedoch häufig nicht wieder und wenn, dann zeigen sie sich dort in anderer Qualität. Bewertung, Beobachtung und Förderung sollten sich somit an den Kompetenzen orientieren, die Mehrsprachenlerner:innen entfalten und die sich im Sprach(en)gebrauch der Lerner:innen niederschlagen.
Der Workshop vermittelt einen Überblick über das Sprachenkarussell, das als Form offenen Lernens verschiedene Lernaktivitäten umfasst und Lernende dazu einlädt, über Sprachgrenzen hinweg strategisch zu agieren und zugleich metalinguistisches und sprachübergreifendes Denken gezielt fördert. Das Sprachenkarussell ist dabei auch als Impulsgeber für die Entwicklung weiterer an den jeweiligen Lernkontext angepasster Handlungsangebote zu verstehen.
Bitte melden Sie sich separat zur Keynote und zu einem Workshop an.
Die Workshops finden parallel statt – daher ist die Anmeldung nur zu einem Workshop möglich. Anmeldungen sind bis 31.01.2027 über PH-Online kostenfrei über die beiden folgenden Links möglich.
Bei Teilnahme an der Keynote und einem Workshop erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung über den Besuch von vier Unterrichtseinheiten.