Tagungsteam

Rückblick auf die 1. Bundestagung im November 2023 organisiert vom Bundesschwerpunkt Fachdidaktik Deutsch Primar

Eingeladen waren Volksschullehrpersonen und Schulleitungen, Sprachheil- und Sprachförderlehrpersonen, PH- und Uni-Mitarbeiter:innen (österreichweit), Lehrpersonen für erstsprachlichen Unterricht usw. Wir haben unsere Gäste vor Ort an der PH Tirol und via Zoom begrüßt.

Am Samstag, den 18.11.2023 wurden im Rahmen einer Bundestagung an der PH Tirol konkrete Möglichkeiten für einen diversitätssensiblen Deutschunterricht vorgestellt. Rund hundertfünfzig Teilnehmer:innen aus ganz Österreich waren – in Präsenz und online – an die PH Tirol gekommen. Die ganztägige Tagung fand zum Abschluss der Diversitätswoche der PH Tirol an einem Samstag statt.

In den Keynotes und Workshops richtete sich die Veranstaltung an Teilnehmer:innen, die sich selbst, ihren Unterricht und ihre (Hoch-)Schule diversitätssensibel weiterentwickeln wollen.

Neben Keynotes von Ulrike Stadler-Altmann von der Humboldt Universität zu Berlin und Julia Festman von der PH Tirol wurden in Workshops vielfältige konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie Diversität im (Deutsch-)Unterricht berücksichtigt und diversitätssensibler Unterricht umgesetzt werden kann. Ausgehend vom Wahrnehmen der Vielfalt und deren Reflexion hin zum Thematisieren der Diversität wurde vermittelt, wie Unterricht adäquater gestaltet werden kann: einerseits, indem Vielfalt überhaupt sichtbar gemacht wird und andererseits, indem produktiv mit dem Thema und der Vielfalt der Kinder umgegangen wird. Die Keynotes und Workshops stellten grundlegende Ansätze vor und sollten als Inspiration für den Unterricht dienen.

Grundsteine eines diversitätssensiblen Unterrichts - Keynote von Julia Festman

Beim diversitätssensiblen Unterrichten wird das Beobachten und Wahrnehmen von Diversität in der Klasse kombiniert mit einem Aufgreifen und Einbeziehen dieser Diversität in das Unterrichtsgeschehen. Dabei agiert die Lehrperson als Sprachvorbild, und zwar nicht nur, um sprachförderlich zu handeln, sondern auch indem sie achtsam mit Sprache umgeht. Lehrer:innen schaffen einen sprachintensiven, kommunikativen Unterricht, der die Redezeit und die aktive Unterrichtsbeteiligung aller Schüler:innen sowie ein gemeinsames Lernen deutlich erhöht. Dies gelingt zum einen durch das aktive Einbeziehen von individuellen Vorkenntnissen, zum anderen durch gezielte Förderung der Bildungssprache und durch das Eingehen auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Mit der Wahrnehmung und einem produktiven Einbeziehen von Vielfalt in den Unterricht soll ein Deutschunterricht anvisiert werden, der die Kinder mit all ihrem Wissen und ihren Facetten einbindet.

Workhops

Möglichkeiten und Herausforderungen der Individualisierung im Anfangsunterricht Deutsch vermittelten Andrea Raggl und Klaudia Kröll in ihrem Workshop.

Weitere Workshops fanden zur Förderung von Lese- Schreib-, Handschreib- und Hörkompetenz statt:

So stellte Christine Reiter die Arbeit mit dem Lesefächer vor, Birgit Gasser das Geschichtenhaus, Sabrina Gerth die Arbeit mit dem „Wunderstift“ und Julia Festman jene mit dem Hörstift. Im Workshop von Franz Kaslatter wurde Sprachförderung durch gezielt vereinfachte Märchen, wie sie in den EasyGrimm-Büchern enthalten sind, thematisiert. Daniela Klingler führte in das Thema Vielfalt im Bilderbuch ein. Sandra Buchschwenter und Alexandra Madl, die an der PH Tirol die Fachstelle für Gender- und Diversitätskompetenz leitete, stellten gender- und diversitätssensible Kinderliteratur und die Arbeit damit vor. Insgesamt fanden fast zwanzig Workshops zum Thema statt.