„Gute Schule - Guter Job - Gutes Geld!“ - Re-, De- und Neukonstruktion von Lebensqualitäts-Vorstellungen von Jugendlichen im Lichte soziokultureller Vielfalt

Wie sieht meine Vorstellung von einem Guten Leben aus? Selten stellen Menschen sich diese Frage bewusst, obwohl alltägliches Denken und Handeln häufig wie selbstverständlich von den Vorstellungen darüber, geprägt werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll einen Beitrag dazu leisten, Individuen dabei zu unterstützen, vor dem Hintergrund sich stetig wandelnder globaler  Herausforderungen immer wieder neue Antworten auf diese abstrakte Frage zu finden. Das im neuen Lehrplan für die AHS-Oberstufe formulierte Basiskonzept "Lebensqualität und Nachhaltigkeit" wird als eine wiederkehrende Betrachtungsweise verstanden, durch die verschiedenste fachspezifische Themen des GW-Unterrichts lohnende Fragestellungen entfalten, die orientierungsgebende Lernprozesse für eine verantwortungsvolle Gestaltung allgemeiner und persönlicher LQ bieten können und damit die Entwicklung von Gestaltungskompetenz unterstützen. Aufbauend auf Ergebnisse und Erfahrungen aus Forschungs-Bildungs-Kooperationen zum Thema Lebensqualität mit Nord- und Südtiroler Jugendlichen, soll das Potential der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit vielfältigen soziokulturellen Konstruktionen für nachhaltiges gutes Leben aufgearbeitet und im Sinne eines kritisch-emanzipatorischen Zugangs zu Bildung für nachhaltige Entwicklung fruchtbar gemacht werden: Welche Chancen stecken in der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit alternativen kulturellen Vorstellungen für Gutes Leben und auch in unseren Kulturkreisen auftauchenden Diskurse um alternative Lebens- und Wirtschaftsformen? Welche inhaltlichen und methodischen Zugänge können genutzt werden um eigene Vorstellungen in ihrer kulturellen Eingebettetheit zu rekonstruieren, hinsichtlich ihrer Selbstverständlichkeit zu dekonstruierten um daraus neue Schlüsse für persönliche nachhaltige Lebensqualität(en) zu ziehen? Diese Frage ist höchst relevant hinsichtlich der Erkenntnis, dass in vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen die Integration von Gedanken der Nachhaltigkeit oft mit entmutigenden Konzepten über Einschränkung und Verlust an Lebensqualität verbunden sind, Bildung für nachhaltige Entwicklung jedoch ermutigender emanzipatorischer Zugänge bedarf.

Zwischenergebnisse wurden präsentiert bei der Innsbrucker Tagung der Fachdidaktik im Mai 2017, beim HGD-Symposium für Geographiedidaktik in Münster und beim ÖGFD-Symposium im September 2018 in Klagenfurt. In Kürze werden die Ergebnisse im Tagungsband der 3. Innsbrucker Tagung der Fachdidaktik, der online erscheint, nachzulesen sein.