9. Rechtenthaler Gespräche zur Schulentwicklung - Tagungsbericht

Über hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und Südtirol setzten sich am 20. und 21. April in der Fortbildungsakademie Rechtenthal in Tramin mit dem Thema "Fortbildung im Kontext der Schulentwicklung - Wie lernen Schulen?“ auseinander. Der Fokus richtete sich auf das Lernen von Lehrpersonen, Teams und Schulen. 

Aus der Perspektive der Wissenschaft referierte Frank Lipowsky, Professor an der Universität Kassel, dass Fortbildung für Lehrkräfte besonders dann erfolgreich ist, wenn am konkreten Unterricht angesetzt wird. Der Blick richtete sich auf ein Unterrichtsfach oder eine ausgewählte Unterrichtseinheit. Fachliche Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler sollten in den Fortbildungen vermehrt beleuchtet werden.

Sieben Hypothesen leitete Silvio Herzog, Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwyz, aus der Laufbahnforschung zum Lernen von Lehrpersonen ab: Lehrpersonen lernen in den ersten Jahren am meisten. Das Lernen von Lehrpersonen kennt gute Zeiten und schlechte Zeiten. Es ist mit Lernen in jedem Alter zu rechnen. Berufliche Übergänge erfordern und fördern das Lernen von Lehrpersonen. Laufbahnen machen das Lernen von Lehrpersonen zielorientierter, wirksamer und fokussierter. Laufbahnen diversifizieren das Lernen von Lehrpersonen unmittelbar nach dem Berufseinstieg, daraus ergeben sich für das Lernen von Schulen Chancen, aber auch Gefahren. „Um das Potenzial von Laufbahnen für die Schulentwicklung zu nutzen, braucht es Anpassungen an Strukturen, Kulturen und Vorstellungen von diversifizierten Schulen“, so die Schlussfolgerung von Herzog.

Aus einem laufenden Forschungsprojekt der PH Kärnten und dem Bereich Beratung und Innovation des Deutschen Bildungsressorts Bozen zum Thema „Wie muss Fortbildung organisiert werden, damit diese im Klassenzimmer ankommt?“ stellte Marlies Krainz-Dürr, Rektorin an der Pädagogischen Hochschule Klagenfurt, erste Tendenzen vor, wie Schulführungskräfte in Kärnten und Südtirol Fortbildung erleben. „Südtiroler Führungskräfte wünschen sich vehement einen Mittelweg von fachlicher und persönlichkeitsbildender Fortbildung für die Lehrpersonen. Hingegen sind Führungskräfte aus Kärnten und Südtirol einhellig der Meinung, dass eine gute Balance zwischen verpflichtenden und frei gewählten Fortbildungsangeboten gefunden werden muss“, fasste Krainz-Dürr die auffallendsten Ergebnisse zusammen.

Neben dem Blick aus Wissenschaft und Forschung lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Workshops best practice-Beispiele aus Österreich, Deutschland und Südtirol kennen.

Die Tagung wurde vom Bereich Innovation und Beratung im Deutschen Bildungsressort und dem Institut für Schulqualität und Innovation der Pädagogischen Hochschule Tirol veranstaltet.

 

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